Ein Healthpost für Bigu


Bigu liegt nordöstlich von Kathmandu, etwa acht Stunden mit dem Auto entfernt auf 2.500m Höhe, nahe der Grenze zu Tibet. Hauptsächlich leben dort Sherpa und Tamang. Es leben ausschließlich Buddhisten in Bigu.

 

99%  der Häuser in Bigu wurden bei dem zweiten Erdbeben im Mai 2015 zerstört. Das Dorf  lag im Epizentrum. Dr. Eckert wurde von den Verantwortlichen des Dorfes um Hilfe gebeten, da sich seit dem Desaster 2015 niemand um die Not der Menschen kümmert. Kein Politiker aus Kathmandu hat sich bislang sehen lassen. Die Menschen leben in Bretter- und Wellblechverschlägen, fast alle jungen Männer arbeiten irgendwo im Ausland, damit die Familien überleben können.

 

 

Häuser vor und nach dem Erdbeben im Mai 2015

Die medizinische Versorgung von Bigu und den Nachbardörfern ist extrem schlecht. Das Gebäude des staatlichen Health Posts hat beim Erdbeben keinen Schaden genommen, trotzdem sieht es dort übel aus. Wie so häufig fehlt es an allem. Der verantwortliche Health Assistant ist fast nie anwesend, kassiert sein Gehalt, betreibt aber eine Apotheke in der nächsten größeren Stadt (Singati). Eine junge Hebamme mit 5 monatiger Erfahrung hat er allein gelassen. Die übliche Situation in Nepal.

 

Staatlicher Healthpost in Bigu...

Da wir grundsätzlich mit dem Staat nicht zusammenarbeiten, die Gründe liegen auf der Hand, haben wir uns anderweitig umgesehen.

Bigu hat seit 1937 ein buddhistisches Nonnenkloster als spirituellen Mittelpunkt. Diese Kloster wurde von dem Erdbeben ebenfalls völlig zerstört.

Die Gomba des Klosters vor und nach dem Erdbeben

Zum Wiederaufbau konnten die Nonnen Lama Geshe Lobsang Gyaltsen als Helfer gewinnen. Er hat es geschafft, Gelder im Ausland für den Wiederaufbau des Klosters einzuwerben. Lama Lobsang hat uns ein Grundstück auf dem Klostergelände  zum Bau eines Hauses kostenlos angeboten. Wir fanden die Idee einer engen Kooperation mit dem Kloster für beide Parteien äußerst sinnvoll, für die Menschen in Bigu sicher segensreich. Die Verantwortlichen des Dorfes stimmten der Idee freudig zu. Brepal wird mit Hilfe von Sonja Sherpa, einer deutschen Architektin, die Bigu kennt, das Haus entwerfen und finanzieren, die Bauleitung übernimmt das Kloster, bzw. der verantwortliche Bauleiter des Wiederaufbaus des Klosters. Kalkulierte Kosten etwa 60.000 Euro.

Der Baubeginn soll im Frühjahr 2017 erfolgen, der Arbeitsbeginn im neuen Gebäude könnte der späte Herbst 2017 sein.

Im Frühjahr 2017 ist jedoch bereits das erste medizinische Camp im Kloster geplant.

 

Zwei der Nonnen werden zur medizinischen Ausbildung nach Kathmandu gehen, die Schulkosten wird Brepal tragen. Die Nonnen werden in einem Kloster in Kathmandu wohnen und essen. Die weitere Fortbildung des medizinischen Personals soll in bewährter Weise durch Ärzte aus Deutschland erfolgen. Durch unsere Erfahrungen in Banjhakateri wissen wir ja, wie es geht.

Mit einem Handschlag wurde der Vertrag besiegelt

Über den weiteren Verlauf der Entwicklung werden wir hier berichten.

 

10. November 2016