Ein Healthpost für Bigu


 

Bigu liegt nordöstlich von Kathmandu, etwa acht Stunden mit dem Auto entfernt auf 2.500m Höhe, nahe der Grenze zu Tibet. Es leben dort ausschließlich Buddhisten der Ethnien Sherpa und Tamang.

 

99%  der Häuser in Bigu wurden bei dem zweiten Erdbeben im Mai 2015 zerstört. Das Dorf  lag im Epizentrum. Klaus Eckert wurde 2016 von den Verantwortlichen des Dorfes um Hilfe gebeten, da sich seit dem Desaster 2015 niemand um die Not der Menschen gekümmert hatte. Kein Politiker aus Kathmandu ließ sich dort sehen. Die Menschen lebten in Bretter- und Wellblechverschlägen, fast alle jungen Männer arbeiteten irgendwo im Ausland, damit die Familien überleben können. Und das ist immer noch der Stand im Dezember 2017, also zweieinhalb Jahre nach dem Erdbeben.

Häuser vor und nach dem Erdbeben im Mai 2015

Die medizinische Versorgung von Bigu und den Nachbardörfern ist extrem schlecht. Das Gebäude des staatlichen Health Posts hat beim Erdbeben keinen Schaden genommen, trotzdem sieht es dort übel aus. Wie so häufig fehlt es an allem. Der verantwortliche Health Assistant ist fast nie anwesend, kassiert sein Gehalt, betreibt aber eine Apotheke in der nächsten größeren Stadt. Eine junge Hebamme mit 5monatiger Erfahrung ließ er allein. Die übliche Situation in Nepal.

Staatlicher Healthpost in Bigu...

Bigu hat seit 1937 ein buddhistisches Nonnenkloster als spirituellen Mittelpunkt. Diese Kloster wurde von dem Erdbeben ebenfalls völlig zerstört.

Die Gomba des Klosters vor und nach dem Erdbeben

Zum Wiederaufbau konnten die Nonnen Lama Geshe Lobsang Gyaltsen als Helfer gewinnen. Er hat es geschafft, im Ausland Gelder für den Wiederaufbau des Klosters einzuwerben. Lama Lobsang bot uns ein kostenloses Grundstück auf dem Klostergelände zum Bau eines Hauses an. Wir fanden die Idee einer engen Kooperation mit dem Kloster für beide Parteien äußerst sinnvoll und für die Menschen in Bigu sicher segensreich. Die Verantwortlichen des Dorfes stimmten der Idee freudig zu.

Bigu heute


Am 27.März 2018 wurde der neue Health Post in Bigu feierlich eröffnet. Die Nonnen zelebrierten eine Medizinbuddha Puja, Geshala Lobsang leitete das buddhistische Ritual. Für uns alle waren das bewegende Momente.


Wir haben drei schöne und praktikable Räume, in denen es sich gut arbeiten lässt. Prem (HA) und Sapna (Hebamme), sind kompetente Mitarbeiter dort. Menuka, eine junge Frau aus Bigu, kümmert sich um das Essen und reinigt das Haus. Sie ist enorm fleißig und passt gut zu uns. Desoca e.V. hat seinen Raum mit der gleichen Dentaleinheit wie in Banjhakateri ausgerüstet und schickt nun auch Zahnmediziner/innen hierher. Das Zentrum wird sehr gut angenommen, wenngleich die Patientenzahlen geringer als in BKT sind. Im Jahr 2018 sahen wir 4.221 Patienten und bis zum August 2019 3.029 Menschen, die unserer Hilfe bedurften.


Das Gesundheitszentrum befindet sich nun im Prozess des Anerkennungsverfahrens durch die staatlichen Stellen. Man ist uns dankbar, dass wir uns so weit in die Peripherie gewagt haben. Singathi als erste medizinische Anlaufstation ist in der Regenzeit mit dem Auto nicht zu erreichen, der Fußmarsch dauert etwa fünf Stunden. Als Gesunder ist das schon eine starke körperliche Belastung, wenn man krank ist kaum zu schaffen.

 

Daher werden wir im Frühjahr 2019 ein zweites Gebäude bauen lassen. Es wird uns eine bessere Möglichkeit geben, Patienten über Nacht zu betreuen. Zur Verbesserung der medizinischen Diagnostik bekommen wir ein Labor wie in Banjhakateri.

 

Im November 2019 bieten wir darüberhinaus mobile Camps in den Seitentälern. Florian Gottesleben (Internist) und Gerd Korves (Zahnarzt) machen den Anfang. Das ist eine logistische Herausforderung für das gesamte Team. Aufgrund der einfachen hygienischen Verhältnisse wird eine Zeltunterbringung für alle Beteiligten notwendig sein.

 

Ein Augencamp ist für Ende November 2019 vorgesehen. Geplant sind etwa 100 Kataraktoperationen. Patienten, die lediglich eine Brille brauchen, können wir dank der Zusammenarbeit mit der NGO „Ein Dollar Brille“ auch versorgen.

Copyright: Oliver Ostermeier

Brepal e.V.

KSK Syke-Barrien

 

IBAN:

DE52 2915 1700 1011 0918 71

SWIFT-BIC:

BRLADE21SYK

Spenden sind steuerlich absetzbar.

 

ENTWEDER - ODER

 

Wir können was bewegen,

wir können es auch lassen.

Wir können Liebe geben,

genauso wie wir hassen.

 

Wir können viele Sachen

tagtäglich neu entscheiden,

ob wir im Leben lachen

oder am Leben leiden,

 

ob wir ganz unauffällig

uns mäuschenstill verhalten

oder etwas rebellisch

die Zukunft neu gestalten,

 

ob wir bei schrillem Unrecht,

das wir mit anseh'n, schweigen

oder mit den Betrog'nen

auf Barrikaden steigen.

 

Wird uns etwas genommen,

so bleibt selbst dann die Wahl,

wie lange wir festhalten

an Unglück oder Qual.

 

Wir werfen Licht und Schatten

in unsrer Lebenszeit

und weder Hell noch Dunkel

bleibt bis in Ewigkeit.

 

Wir haben freie Auswahl

beim Ja so wie beim Nein,

doch wer sich nicht entscheidet,

kann nicht lebendig sein.

 

Renate Eggert-Schwarten

www.passende-gedichte-finden.de