Die Anfänge in Banjhakateri


Die Provinz Gulmi liegt im Westen Nepals, etwa zwölf bis vierzehn Autostunden von Kathmandu entfernt. Dort betreiben wir seit 2011 ein Gesundheitszentrum. In Banjhakateri wurde anfangs in einem umgebauten Lagerhaus gearbeitet.

Das Zentrum in Banjhakateri heute


Am 13. März 2015 konnte das Gesundheitszentrum eingeweiht werden.

In diesem Gebäude wird eine medizinische Versorgung angeboten, die westlichem Standard entspricht. Ein Sonographiegerät ermöglicht abdominalen und vaginalen Schall und hilft uns, eine gute Schwangerschaftsvorsorge anzubieten. Ein Labor steht zur Verfügung, Sauerstofftherapie bei häufig vorkommenden Lungenerkrankungen kann eingesetzt werden.

Deutsche Ärzte kommen regelmäßig zur Ausbildung unseres medizinischen Personals, operative Gesundheitscamps sind möglich. Durch eine permanente Stromversorgung haben wir die Möglichkeit einen Kühlschrank zu betreiben und können so Impfstoffe lagern, die das staatliche Gesundheitssystem Nepals uns zur Verfügung stellt. Das Zentrum hat inzwischen auch für die Nachbardistrikte an Bedeutung gewonnen, da es dauerhaft und gut besetzt ist und alle Impfungen und Medikamente vorrätig hat. Wir bieten eine umfassende Versorgung in unserem Distrikt an, zu der der nepalische Staat selbst bisher nicht in der Lage ist.

Die Ernährung verbessern


Zur Verbesserung der Ernährungssituation helfen wir beim Anbau von Gemüse. 2012 stellten wir einen 24 jährigen Experten ein. Ganga Rai hat eine dreijährige Ausbildung als Agrarfachmann absolviert und danach praktische Erfahrungen gesammelt. Mit seiner Hilfe ist es uns gelungen, dass nach zwei Jahren 85 % der Haushalte einen Küchengarten besitzen. Das Saatgut wird von uns mit mindestens 50% subventioniert, teilweise bringen wir die Samen aus Deutschland mit. Es kommen somit mehr Vielfalt und sinnvolle Vitamine auf den Teller. Auf Pflanzengifte oder Pestizide wird verzichtet, ökologische Anbaumethoden sind uns wichtig. Ein Demonstrationsgarten befindet sich an unserem Health Post.

Rauchfreie Öfen


Banjhakateri ist das erste rauchfreie Dorf im Bezirk Gulmi, d.h. mindestens 85% aller Haushalte besitzen einen rauchlosen Ofen. Innerhalb von 2 Jahren ist uns das mit Hilfe der "Ofenmacher" aus München gelungen. Die neuen Öfen brauchen 40% weniger Holz zum Zubereiten einer Mahlzeit, das erspart den Frauen und Kindern Zeit beim Sammeln des Brennmaterials und so kommt es zu weniger Abholzung, d.h. Schonung der Umwelt. Ganz entscheidend jedoch ist, dass ein rauchfreier Raum die wichtigste präventive Maßnahme zur Vermeidung von Lungenerkrankungen ist.

Müllentsorgung


Mit Hilfe der Mitarbeiter von "Technik ohne Grenzen" wurde ein Mülltrennungs- und Entsorgungsprojekt gebaut. Der Verbrennungsofen ist installiert und verbrennt allen Müll rückstandsfrei. Der medizinische Abfall kann sauber entsorgt werden, darüber hinaus sammeln die Menschen verbrennungsfähige Abfälle, die in unserer Anlage entsorgt werden.

Die Richtlinien der Mülltrennung wurden von Franziska Weeger, Stefan Adler und Jonas Schlund, angehenden Ingenieuren aus Nürnberg, im Dorf implementiert.

Initiative Kaffeeanbau


Der Anbau von Kaffee war die Idee von Michael Kruckenberg, einem Betriebswirt, der fast fünf Monate mit seiner Partnerin Johanna Hummel im Dorf gelebt und gearbeitet hat. Wir versuchen damit für die Gemeinde neues Einkommen zu generieren. Bisher bauten die Bauern in unserem Dorf nur Reis und Getreide für den eigenen Bedarf an. Etwa 50 km von Banjhakateri entfernt, hat man seit 10 Jahren bereits gute Erfahrungen mit dem Kaffeeanbau gemacht. Diese Kenntnisse konnten wir nutzen und in diesem Jahr Seminare   für interessierte Bauern anbieten.

Anschließend wurden dann 2.000 Setzlinge gepflanzt. 23 Bauern ließen sich überzeugen, andere wollen noch abwarten und das Projekt beobachten. Auch hier konnte Brepal mit einem Zuschuss von 50% helfen.  Der Ertrag von 60 Kaffeepflanzen wird auf dem Weltmarkt derzeit 160-180 USDollar erbringen. Die erste Ernte wird 2017 erwartet.

Schulprojekt


Seit dem 1.10. 2015 unterstützt Brepal die sieben Schulen in Banjhakateri mit  Lehr- und Unterrichtsmaterialien. 

Naket und Narayan sind Englischlehrer, die Brepal auf Wunsch der Schulleiter als zusätzliche Lehrkräfte eingestellt hat. Guter Englischunterricht ist von fundamentaler Bedeutung für die Ausbildung der Kinder. Darüber hinaus unterrichten die beiden auch unser Team zweimal pro Woche, um deren Englischkenntnisse zu verbessern.

Biogasanlage


Bei seinem Aufenthalst in Banjhakateri kam Michael Kruckenberg die Idee, eine Biogasanlage zu installieren. Er fand zudem heraus, dass der nepalesische Staat solche Installationen mit mindestens 50% subventioniert.

Am neuen Gesundheitszentrum konnten wir eine Demonstrationsanlage bauen. Wir helfen Interessierten Einwohnern bei den notwendigen staatlichen Anträgen.

Weitere Pläne:

Toilettenbauprojekt


Solche Toiletten werden VIP genannt, war für "ventilated improved pitlatrins" steht.

Solche Einrichtungen würden den Hygienestandard im Dorf entscheidend verbessern. Es sind belüftete 3-Kammer-Latrinen mit einem Wasseranschluss innen zum Waschen des Benutzers und der Toilette, so wie einem Wasseranschluss außen zum Händewaschen. Toilettenpapier wird in Nepal selten benutzt. In der Regenzeit kommt es häufiger zum Überlaufen der gängigen Latrinen und dadurch zur bakteriellen Verkeimung  der Umgebung.

Die Vip-Toiletten kosten leider ca. 800 USDollar.

Sie würden nachhaltig zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung beitragen.

Da sie sehr teuer sind, können die Anlagen nur mit unserer Unterstützung gebaut werden.

Wir bemühen uns, dafür Spender zu finden.